22 kurze Antworten zu den Fragen, die vor und nach dem Kauf einer Rolle aufkommen – von der Materialwahl über Temperaturen und Spulenmaße bis zur Lagerung. Nach Themenbereich filterbar.
PLA. Es druckt mit rund 190 bis 210 °C an der Düse, schrumpft beim Abkühlen wenig und verlangt keine Einhausung. Wer belastbarere Teile braucht, geht als Nächstes zu PLA+: dieselbe Handhabung, laut Herstellerangaben eine zähere Mischung. PETG folgt danach – es hält mehr Wärme und Last aus, zieht dafür leichter Fäden. Alle Materialien im Überblick im Ratgeber 3D-Druckmaterial im Überblick.
PLA druckt kühler, schrumpft weniger und liefert die saubersten Kanten – wird aber ab etwa 60 °C weich. PETG hält höhere Temperaturen und mehr Last aus und ist zäher, neigt dafür stärker zum Fäden ziehen und will ein gut haftendes, beheiztes Druckbett. Für Deko und Modelle nehmen Sie PLA, für Halterungen, Gehäuse und Bauteile im Auto PETG. Ausführlicher im Ratgeber 3D-Druckmaterial im Überblick.
Beide sind technische Kunststoffe mit hoher Glasübergangstemperatur (Tg) – der Temperatur, ab der ein Bauteil weich wird. ASA geben die Hersteller zusätzlich als UV- und witterungsbeständig an und richten es damit auf Bauteile aus, die dauerhaft draußen bleiben. Beide schrumpfen beim Abkühlen stark und lassen sich ohne Einhausung und beheiztes Druckbett kaum maßhaltig drucken. Der Unterschied im Detail steht im Ratgeber 3D-Druckmaterial im Überblick.
PLA scheidet dafür aus – es wird bereits ab etwa 60 °C weich, ein Bauteil im geparkten Auto verliert seine Form. PETG hält deutlich mehr aus und ist der ruhigste Weg, wenn Ihr Drucker keine Einhausung hat. ABS und ASA liegen darüber, setzen aber einen geschlossenen Drucker voraus; für Witterung und UV nennen die Hersteller ASA. Mehr zu Witterung und UV im Ratgeber 3D-Druckmaterial im Überblick.
PLA entsteht aus pflanzlicher Stärke und ist industriell kompostierbar – also in einer Anlage mit geregelter Temperatur und Feuchte. Im Gartenkompost, im Boden oder im Wasser baut es sich nicht in absehbarer Zeit ab. Fehldrucke und Reste gehören deshalb in den Restmüll, nicht in die Biotonne. Mehr zu Entsorgung und Recycling im Ratgeber 3D-Druckmaterial im Überblick.
Nein, und drei Angaben entscheiden darüber: der Durchmesser, die Spulenmaße und der nötige Düsentemperaturbereich. Alle Rollen in diesem Vergleich haben 1,75 mm Durchmesser, das passt zu den meisten heutigen Geräten. Ein Drucker ohne Einhausung kommt mit PLA, PLA+ und PETG zurecht; bei ABS und ASA wird es schwierig, und carbongefülltes Filament verlangt zusätzlich eine gehärtete Düse. Welche Maße im Einzelnen entscheiden, steht im Ratgeber Passt die Rolle auf Ihren Drucker?
Fast alle heute verkauften Drucker verarbeiten 1,75 mm. Der größere Durchmesser von 2,85 mm – oft ungenau „3 mm" genannt – findet sich vor allem an älteren Geräten und einzelnen Industriemodellen. Die Angabe steht im Handbuch Ihres Druckers; alle Rollen in diesem Vergleich haben 1,75 mm. Mehr zu Durchmesser, Spulenmaßen und Materialwechslern im Ratgeber Passt die Rolle auf Ihren Drucker?
Eine Nachfüllrolle ist Filament ohne Spule: ein gewickelter Ring, den Sie auf eine vorhandene Spule oder einen Adapter Ihres Druckerherstellers stecken. Das vermeidet den Verpackungsabfall der Einwegspule; einen niedrigeren Preis je Kilogramm gibt es dabei nicht automatisch – die Nachfüllrolle in diesem Vergleich kostet sogar etwas mehr als die günstigste bespulte Rolle im Feld –, und es setzt eine passende Leerspule voraus. Ohne Träger ist der Ring beim Umspannen empfindlicher – die Nachfüllrolle in diesem Vergleich ist deshalb bei der Druckerkompatibilität am schwächsten bewertet. Was eine passende Leerspule ausmacht und worauf es beim Aufsetzen ankommt, steht im Ratgeber Passt die Rolle auf Ihren Drucker?
Nicht zwangsläufig. Ein Automatic Material System (AMS) und vergleichbare Wechsler stellen Anforderungen an Spulendurchmesser, Spulenbreite und Wicklung – und genau diese Maße nennen viele Hersteller auf der Produktseite nicht. In den ausgewerteten Rezensionen unseres Vergleichsfelds kommt beides vor: Rollen, die im Wechsler klemmen, und eine Spule, die für den Wechsler eines anderen Herstellers zu groß ist. Zwei Rollen im Feld geben sich per Chip selbst zu erkennen, allerdings jeweils nur gegenüber dem Wechsler ihres eigenen Herstellers. Eine Rolle gibt der Hersteller ausdrücklich für den Wechsler frei – ein steifes TPU mit Shore D 64, das drei Rezensionen dort bestätigen und eine vierte nicht einzogen bekam. Die Anforderungen eines Materialwechslers stehen im Ratgeber Passt die Rolle auf Ihren Drucker?
Für die PETG-Rollen in diesem Vergleich werden rund 230 bis 250 °C an der Düse und 70 bis 80 °C am Druckbett genannt, für carbongefülltes PETG bis 270 °C. Beginnen Sie in der Mitte des Bereichs und ändern Sie in Schritten von 5 °C. Zu heiß gedruckt zieht PETG Fäden, zu kühl leidet die Schichthaftung. Die Startwerte für alle Materialien stehen im Ratgeber Druckprobleme, die am Filament liegen.
Ja, für ABS wie für ASA. Beide setzen beim Drucken Geruchsstoffe frei und sollten nur in einer Einhausung mit Abluft verarbeitet werden – das ist die Bedingung, nicht nur eine Empfehlung. Dazu kommt die Maßhaltigkeit: Beide Materialien schrumpfen beim Abkühlen deutlich stärker als PLA, ohne Einhausung kühlen die äußeren Schichten zu schnell ab, und das Bauteil reißt an den Schichtgrenzen auf. Bei der Maßhaltigkeit ist das Bild in den Rezensionen zu den ABS- und ASA-Rollen dieses Vergleichs uneinheitlich – mehrere drucken auch ohne Einhausung maßhaltig, einzelne melden spürbaren Verzug –, an der Abluft-Bedingung ändert das aber nichts: Die betrifft die Geruchsstoffe, nicht die Druckqualität. Zur Maßhaltigkeit ohne Einhausung mehr im Ratgeber Druckprobleme, die am Filament liegen.
Fäden ziehen (Stringing) entsteht, wenn beim Verfahren der Düse Material nachläuft. Drei Ursachen überwiegen: eine zu hohe Düsentemperatur, zu wenig Rückzug im Slicer und feuchtes Filament. PETG und TPU neigen von sich aus stärker dazu als PLA; bei den PETG-Rollen in diesem Vergleich melden einzelne Rezensionen leichtes Fäden ziehen trotz sauberer Wicklung. Die Ursachen im Einzelnen und die Abhilfe stehen im Ratgeber Druckprobleme, die am Filament liegen.
Die häufigsten Ursachen sind Feuchtigkeit im Filament, eine für das Material zu niedrige Düsentemperatur und Rückstände eines vorher gedruckten Kunststoffs mit höherer Verarbeitungstemperatur. Carbon- und glasfasergefüllte Sorten schleifen die Düse zusätzlich aus und verlangen eine gehärtete Düse – laut einer Rezension zur carbongefüllten Rolle dieses Vergleichs kann das selbst eine Edelstahldüse nach rund 500 g verschleißen, wie es der Rezensent zuvor bei einem anderen carbongefüllten Filament erlebt hatte. Gegen eine verstopfte Düse hilft eine Reinigungsnadel oder das Abziehen des Filaments bei Betriebstemperatur. Mehr zu den Ursachen im Ratgeber Druckprobleme, die am Filament liegen.
Ja, in den meisten Fällen. Ein Filamenttrockner bringt PLA bei rund 45 bis 55 °C und PETG bei rund 60 bis 65 °C über vier bis sechs Stunden wieder auf Druckqualität. Danach gehört die Rolle in einen Vakuumbeutel oder eine Trockenbox mit Silicagel – sonst zieht sie die Feuchtigkeit binnen Tagen erneut. Temperatur und Dauer je Material stehen im Ratgeber Filament lagern und trocknen.
An fünf Zeichen: Knacken oder Zischen an der Düse, sichtbare Bläschen und eine raue Oberfläche, Fäden zwischen den Bauteilen, eine Schichthaftung, die plötzlich schlechter ausfällt als bei der Rolle davor, und sprödes, splitterndes Filament beim Abknicken. Filament nimmt Feuchtigkeit aus der Luft auf (hygroskopisch), PETG, TPU und ASA schneller als PLA. Die Anzeichen im Einzelnen erklärt der Ratgeber Filament lagern und trocknen.
Ungeöffnet und vakuumversiegelt ist Filament laut Datenblatt rund ein Jahr haltbar. Offen neben dem Drucker zeigen PETG und TPU je nach Luftfeuchte schon nach Tagen bis wenigen Wochen die ersten Anzeichen, PLA ist gutmütiger. Entscheidend ist nicht das Alter der Rolle, sondern ob sie zwischen zwei Drucken trocken lag. Wie Sie eine offene Rolle trocken halten, steht im Ratgeber Filament lagern und trocknen.
Trocken, kühl und vor Sonne geschützt – in einem Vakuumbeutel oder einer Trockenbox mit Silicagel, nicht offen im Regal. Silicagel ist wiederverwendbar, die Farbanzeige des Granulats sagt, wann es getrocknet werden muss. Mehrere Rollen in diesem Vergleich kommen laut Datenblatt vakuumversiegelt und mit Trockenmittel; nach dem Öffnen nützt das nur, wenn Sie den wiederverschließbaren Beutel behalten. Die drei Wege, die in der Praxis funktionieren, vergleicht der Ratgeber Filament lagern und trocknen.
Die Maßtoleranz gibt an, wie weit der Durchmesser vom Sollwert 1,75 mm abweichen darf – angegeben als ±-Wert, in diesem Vergleich zwischen ±0,02 mm und ±0,05 mm laut Datenblatt. Je enger der Wert, desto gleichmäßiger fördert der Extruder. Schwankt der Durchmesser, wechseln sich Über- und Unterextrusion ab: sichtbar an ungleichmäßigen Wänden und schwankender Schichthaftung. Wie sich das im Druck zeigt, steht im Ratgeber Druckprobleme, die am Filament liegen.
Nicht der Preis entscheidet, sondern drei Angaben, an denen günstige Rollen häufiger sparen: Maßtoleranz, Wicklung und Verpackung. Fehlt die Angabe zu Vakuumbeutel und Trockenmittel, kann eine Rolle bereits feucht ankommen. Umgekehrt gilt das genauso: In diesem Vergleich liegt keine der beiden teuersten Rollen vorn – unsere Empfehlung kostet weniger als die Hälfte. Mehr dazu im Filament-Vergleich.
Weil die Verkaufseinheit nicht immer dieselbe ist: Neben 1-kg-Rollen gibt es Nachfüllrollen ohne Spule und Doppelpacks, und erst der Preis je Kilogramm (€/kg) macht sie vergleichbar. Achten Sie zusätzlich auf das Nettogewicht – gemeint ist das Filament, nicht die Rolle samt Spule. Alle fünf Angaben stehen im Filament-Vergleich.
Der Slicer rechnet den Verbrauch vor dem Druck in Gramm und Metern aus; diese Zahl ist genauer als jede Schätzung. Als Größenordnung: Ein handflächengroßes Bauteil mit 15 % Füllung liegt bei 20 bis 40 g, eine 1-kg-Rolle reicht damit für 25 bis 50 solcher Teile. Die Materialkosten je Druck ergeben sich aus dem Preis je Kilogramm, geteilt durch 1.000 und multipliziert mit dem Gewicht in Gramm. Ein Rechenbeispiel mit Klassengröße steht im Ratgeber Filament für Schulen, Makerspaces und Werkstätten.
Wir verarbeiten kein Filament selbst, sondern werten Herstellerangaben, Datenblätter und Kundenrezensionen auf amazon.de aus. In die Bewertung gehen vier Kriterien ein: Maßhaltigkeit und Druckverhalten (35 %), Druckerkompatibilität (25 %), Lagerung und Feuchtigkeitsschutz (20 %) und Preis-Leistung (20 %). Die Gesamtnote ist das gewichtete Mittel dieser vier Teilnoten. Ausführlich mit allen Kriterien im Filament-Vergleich.